Christos Rückkehr in die Tonne von Oberhausen

Künstler plant im Gasometer "optische und akustische Sensation"

Es ist still geworden um Christo (76), den großen Verhüllungskünstler, seit seine Gefährtin und Muse Jeanne-Claude vor zweieinhalb Jahren starb. Doch nun plant der Mann, der den Berliner Reichstag verzaubert hat, ein neues Großprojekt: Er will im kommenden Jahr eine Installation im Oberhausener Gasometer errichten - dort also, wo im Jahr 1999 „The Wall" stand, seine bunte Wand aus Ölfässern.

Wie gut informierte Kreise bestätigten, soll das Prinzip der neuen Installation wiederum die „Tonne in der Tonne" sein. Dazu ist geplant, im Inneren des 117 Meter hohen Industriedenkmals eine „zweite Hülle", eine „zweite Tonne" entstehen zu lassen, eine KunststoffSkulptur, die mit Luft gefüllt ist und sogar von Besuchern betreten werden kann.

Titel der Installation soll „Big Air Package" sein.

Fachleute, die mit den Planungen vertraut sind, sprechen von einer „optischen und akustischen Sensation". Der Oberhausener Kulturdezernent Apostolos Tsalastras (SPD) bestätigte die Planungen zu dem Projekt und drückte dieser Zeitung gegenüber seine Freude über das Vorhaben aus: „Das ist eine grandiose Geschichte und ich freue mich sehr darüber!" Und zwar nicht nur als Kulturdezernent, sondern auch als Kämmerer -weil Projekte im Gasometer den Stadtetat in der Regel nicht belasteten.

In der Tat seien die Finanzierungsverhandlungen mit Sponsoren „sehr, sehr schwierig und langwierig" gewesen, bestätigte GasometerGeschäftsführerin Jeanette Schmitz gegenüber dieser Zeitung. Weitere Details zum Projekt wollte sie ebensowenig verraten wie Christo-Sprecher Wolfgang Volz. Beide verwiesen auf eine Pressekonferenz am 14. Juni, bei der Details zu dem Vorhaben bekanntgegeben werden sollen.

Mit dem neuen Christo-Projekt, das das letzte Großprojekt des Künstlers in Deutschland sein könnte, verbinden sich für den Gasometer Hoffnungen auf neue Besucherströme: Die aus 13 000 Ölfässern bestehende Installation „The Wall" hatten sich 390 000 Kunstfreunde angesehen.

Derzeit ist in dem Industriedenkmal die Ausstellung „Magische Orte" zu sehen, die bereits seit über einem Jahr läuft und schon weit über 500 000 Besucherangezogen hat.

Jens Dirksen
NRZ 22.05.2012

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